2D-Zeichnungen und Daten

Zeichnungsaustausch

Da CAD-Zeichnungen in digitaler Form vorhanden sind, liegt es natürlich nahe, die Zeichnungen intern, oder auch Firmenübergreifend auszutauschen. Dabei stellen die unterschiedlichen Formate der vielen Hersteller ein Problem dar. Die meisten Zeichnungen können in anderen Systemen nicht verwendet werden. Gemeinsame Austauschformate sind nur bedingt kompatibel. Der Grund ist die schnelle Entwicklung in den letzten Jahren. Während einige Systeme schon seit längerem 3D-Elemente verwenden, arbeiten andere ausschließlich mit 2D-Daten. Andere Programme haben spezielle Objekte, wie zum Beispiel Schrauben oder Fenster, die nicht nur einfach aus Linien zusammengesetzt sind, sondern auch zusätzliche Daten enthalten. Das meist verbreitete Austauschformat ist hierbei das DXF-Format (Drawing Exchange Format), das von den meisten CAD-Systemen erstellt, bzw. importiert werden kann. Doch auch bei diesem kann nicht garantiert werden, daß die Zeichnungen wirklich fehlerfrei von einem System in das andere Übernommen werden können. Ein anderes Format, das eventuell eingesetzt werden kann ist das WMF-Format (Windows Meta File). Bei diesem Format können jedoch keine Layer (Folien bzw. Ebenen) gespeichert werden, die in den meisten CAD-Systemen verwendet werden.

CAM, CAE und Zeichnungsdaten

2D-Zeichnungen bilden nicht nur einen Ersatz für Handzeichnungen, sondern können darüber hinaus für Rapid Prototyping, Berechnungen und Simulationen dienen. Zum Beispiel verwendet ein Bauingenieur in der Regel ein 2D-Programm zur Berechnung der Deckenbewehrung mittels der Methode der Finiten Elemente. Hierbei sind eigentlich nur die Abmessungen, Auflager und Belastungspunkte von Bedeutung. Einige CAD-Applikationen für den Bau-Bereich bieten mittlerweile diese Funktion an, bei der die Berechnung direkt aus der Zeichnung stattfindet. Aber auch im Maschinenbau kann diese Art von "Online-Berechnung" von Nutzen sein. Ein weiterer Aspekt sind die an die Zeichnungselemente angehängten Daten. So können direkt im Werkplan des Architekten die Mauerart, der Putz oder die Art der Fliesen gespeichert werden, wodurch es möglich wird, direkt aus der Zeichnung die Aufmasse für den Statiker zu extrahieren, oder den Wärmeschutznachweis erstellen zu lassen. Stücklisten von Normteilen, oder auch Elektronischen Bauteilen werden automatisch generiert, Bestellungen für die benötigten Bauteile direkt erzeugt. Der wesentliche Aspekt ist hierbei die Automatisierung, die jedoch über die eigentlichen Zeichnungsdaten hinausgeht. CAM (Computer Aided Manufacturing) bzw. CAE (Computer Aided Engineering) bilden die Verbindung von CAD und der Fertigung. Hierbei ist das Ziel die automatische Herstellung von Bauteilen direkt aus der Zeichnung, mit möglichst wenig zusätzlichen Eingriffen. Bei 2D-Zeichnungen sind diese Technologien natürlich nur bedingt einsetzbar. Zu nennen wäre hier zum Beispiel das Bohren, Fräsen oder Laserschneiden, soweit dies nur in der Ebene stattfindet. Hierbei können Technologien unterschieden werden, die direkt aus dem CAD-System die Maschine ansprechen, die ein CNC-Programm generieren, das dann zur Maschine übertragen wird, oder die nur eine Schnittstelle zu einem CAD-System bieten. Auch Simulationen können mittels 2D-Zeichnungen erstellt werden. Hierbei kann zum Beispiel ein Bewegungsablauf simuliert werden, bei dem nur die Auslenkungen innerhalb einer Ebene eine Rolle spielen.