Werden die Anwendungen der VR-Technik immer stärker in unserer Gesellschaft integriert, ist es notwendig, über die von der Technik verursachten Gefahren und Probleme zu diskutieren.
Weil VR-Systeme in erster Linie äußerst komplexe Hardware- und Softwaresysteme sind, können schon kleine Fehler zu fatalen Folgen führen.
Obwohl Fehlproduktionen bei der Chipherstellung aufgrund sorgfältiger Prüfmethoden bei Entwicklung und Fabrikationen sehr selten passieren, lassen sich die Gefahrenquellen nicht ganz ausschließen.
Ein Beweis dafür ist der Pentium-Fehler der Firma Intel, auf den die falsche Multiplikation von Zahlen zurückgeführt wird. Ferner können auch äußere Einflüsse wie z.B. hohe Temperaturänderung, Schwankungen im Stromnetz zu unkorrektem Arbeiten von Rechenanlagen führen. Besonderes im medizinischen Bereich können die negativen Einflüsse auf die Funktionsfähigkeit von Hardwarekomponenten das Leben von Menschen kosten. Oder Übertragungsfehler können verursachen, daß die fehlerhaften Daten von den Empfängern weiterverarbeitet werden. Eine Ursache eines solchen Fehlers war ein defekter Multiplexer (Baustein bei der Datenübertragung), der in der US-Luftverteidigungszentrale NORAD Probleme auslöste.
Anfälliger gegen Fehler als die Hardware ist die Software. Experten gehen davon aus, daß jedes größere System fehlerhaft ist. Die Fehler verteilen sich in verschiedenen Phasen der Programmentwicklung. Ursachen dafür können an die Fehlerlokalisierung, unvorhergesehenen Umständen bei der Spezifikation wie z.B. Einführung einer neuen Betriebssystemversion, liegen. Die Softwarefehler können zum Verlust von großen Geldmengen führen.
Selbst wenn Hard- sowie Software einwandfrei funktionieren, können Anwendungsfehler nicht ausgeschlossen werden. Weil Systeme in der Informationstechnik immer in Mensch-Maschine-Systeme eingebunden sind, erschließt sich als weitere Fehlerquelle menschliche Schwächen, die auf Mangel an Wissen, Überforderung bzw. Übermüdung zurückzuführen sind. Das kann zu einer Fehlbedienung des Systems oder Fehlinterpretation der Systemausgaben führen.
Systemfehler entstehen auch, wenn harmlose Programm-, Anwendungs- und Gerätefehler zu unberechenbaren und undurchschaubaren Wechselwirkungen führen. Wie wir wissen, je komplexer ein System ist, desto wahrscheinlicher treten Systemfehler auf.
Die Komplexilität eines Systems läßt sich in zwei Arten teilen:
Unter der inneren Komplexität versteht man der hierarchische Aufbau von Programmstrukturen, die aus verschiedenen Ebenen bestehen. Bei dem gleichzeitigen Auftreten von Fehlern in verschiedenen Programmebenen kann das System nicht mehr nachvollziehen, in welchen Ebenen die Fehler aufgetreten sind und was die Fehler sind. Konsequenterweise stützt es ab.
Bei der äußeren Komplexität kann das System beim Ausfall einzelner Komponente (z.B. ein Sensor) falsch reagieren. Systemfehler ganz anderer Art können durch räumliche Nähe und eng gekoppelte Funktionszusammenhänge entstehen.
Während Hardware- bzw. Softwarehersteller versuchen, die auftretenden Fehler in ihren Bereichen zu minimieren, begehen viele Gruppen aus verschiedenen Interessen Sabotage. Die Motive für den Mißbrauch von Informationstechnik sind sehr unterschiedlich aber führen zu dem selben Ergebnis: zu beachtlichen Schäden.
Es könnte Rache gegen Mitarbeiter, Vorgesetzte oder eine Firma sein, da sich ein Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz ungerecht behandelt fühlt. So baut er absichtlich Programmierfehler in System ein, welche die gespeicherten Daten der Mitarbeiter zerstören. Ein weiteres gewichtiges Motiv stammt aus der Wirtschaftsspionage. Zum Sparen der Entwicklungskosten und zur Verstärkung der Position ihrer Unternehmen auf dem Markt, kaufen sie illegal Forschungsergebnisse von anderen Fimen. Sicherlich gibt es noch zahlreiche Beispiele für Sabotageaktionen, die im Rahmen dieser kurzen Ausarbeitung nicht detailliert dargestellt werden können.
Zusammengefaßt, solange Geld und Macht eine immer noch größere Rolle in unserer Gesellschaft spielen, ist kein System gegen versuchte fremde Einflußnahme sicher.