1994 begann Volkswagen die Möglichkeiten von VR in der Fahrzeugentwicklung und Produktionsplanung zu erforschen. Hintergrund ist der sehr teuere und langwierige Prozeß der Fahrzeugentwicklung. Es dauert vier bis fünf Jahre vom Erstdesign bis zur Serienproduktion. Während dieser Zeit werden viele Schritte simultan ausgeführt. Maschinenwerkzeuge werden hergestellt, während das Fahrzeug noch getestet wird.
Simultane Technik Teams werden aufgestellt, um die verschieden Tasks zu koordinieren. Speziell im Konzeptionsstatus ist schwierig, Probleme von den technischen Zeichnungen zu erkennen. Die Teams müssen verschiedene Möglichkeiten der Montage ausprobieren und die Schritte und Funktionen des Produktionsprozeß untersuchen. Hier kann VR eingesetzt werden. Ein virtuelles Modell kann dem Team einen genauen Blick auf den aktuellen Stand der Entwicklung geben, selbst in einem sehr frühen Stadium, beispielsweise durch die Präsentation verschiedener Wege, Komponenten im Motorraum an verschieden Stellen anzubringen oder einzustellen, oder Simulation von verschieden Prozeduren in der Montage. Selbst die Demontage einer Kupplungseinheit kann simuliert werden, was wichtig ist bei späterer Wartung.
Die Möglichkeiten von VR Technik gehen von der Unterstützung der Fabrikplanung, über das Design zur Wirtschaftlichkeit. Es ist möglich, daß der Kunde im Showraum einen Sitz in sein virtuelles Traumfahrzeug nehmen kann und alles Zubehör, welches er benötigt, wählen kann.
Dieses Projekt entstand aus der Forderung, VR zu benutzen, um eine stärkere Integration zwischen dem Design und den Analysefunktionen im Entwicklungsprozeß von Interieuren. Es wurde nötig, Graphikdisplays von hoher Qualität, Funktionalität und Dialogtechnik einzusetzen, um dem Benutzer ein überzeugendes Gefühl vom Eintauchen in eine virtuelle Welt zu geben. Um diesen Effekt zu steigern wurde ein physikalisches Modell entwickelt, das einen Sitz, Lenkrad und Pedale enthält.
Ein wichtiger Aspekt war es, das Gefühl der Vertiefung beim Benutzer zu intensivieren durch Koppelung von realen und virtuellen Objekten. Dies wurde dadurch erreicht, in dem man das virtuelle Lenkrad mit seinem physikalischen Gegenstück kalibriert, und einen virtuellen Hintergrund bildet, bei dem sich das Lenkrad simultan zum physikalischen dreht. Ein anderer Interessenpunkt war es CAE-Simulationsergebnisse zu integrieren, um die Klimatisierung eines Innenraums zu simulieren.